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Kalender der Schalkfrauen
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artverwandt
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4. Januar bis 27.Februar im Krankenhaus Agatharied

Artikel zur Ausstellungseröffnung - geschrieben von Monika Gierth

 

 

06.01.2014 - Ausstellung im Krankenhaus Agatharied Bayrischzell als Mikrokosmos

Gesina Stärz und Wolfgang Herrmann

Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Der eine Teil der Ausstellung von Wolfgang Herrmann im Krankenhaus Agatharied: prächtige Fotos von Schalkfrauen, der andere Teil: Naturfotografie zwischen real und abstrakt, beides aber ein Genuss.
 

 


So viele Bayrischzeller habe er nur in der Christmette auf einem Haufen gesehen, freute sich Bürgermeister Helmut Limbrunner über das Interesse seiner Gemeindebürger an der Ausstellung ausgerechnet eines Zugeroasten. Und so tummelten sich zahlreich Trachtler zur Vernissage „ihres“ Wolfgang Herrmann. Erst vor zwei Jahren ins Oberland gezogen, hat er die Herzen der Menschen im Sturm erobert, durch seine herzliche Art und durch seine Kunst gleichermaßen. So ist es schon als Ehre zu betrachten, dass er eingeladen wurde, einen Kalender mit Fotos der Schalkfrauen zu gestalten. Trachtenvorstand Peter Grimm drückte es so aus: „Es ist schön, dass wir ihn kennen lernen durften.“ Limbrunner setzte noch eins drauf, in dem er den Fotografen mit einem Atom verglich, der andere Atome anzieht: „Der Herrgott hat uns den geschickt.“
 

 

Neuer Blick auf die Tracht
 


Ein opulentes Werk liegt vor mit 95 Fotografien, 38 davon sind in der Ausstellung des Krankenhauses zu sehen. Details ebenso wie Gruppenbilder, immer aber aus einer besonderen Perspektive heraus. Da ist der Blick ins Mieder, der Blick von hinten nur auf die Röcke, da ist das Kropfband, die Schleife, die Uhr, das Geschirr der Pferde. Und so gilt hier bereits, das, was Gesina Stärz in ihren Texten zum zweiten Teil der Ausstellung schreibt: „Der Fotograf hat unbekannte Räume betreten und Bilder mitgebracht, die noch nie ein Mensch gesehen und die jeder Mensch gesehen hat.“

„Artverwandt“ nennt Wolfgang Herrmann seine künstlerische Fotografie, die er ausschließlich aus Naturmotiven des Bayrischzeller Raum speist. Und doch kennt man diese allbekannte Natur so nicht. Die Leitzach wird durch eine Langzeitbelichtung zu einer Sturmflut im Meer. Das Flusswasser scheint nach oben zu fließen und wurde doch nur aus einer ungewöhnlichen Perspektive heraus fotografiert. Immer wieder ist es Wasser, das ihn inspiriert, Wasser in Bewegung, Wasser in Wechselwirkung mit Licht, wobei ganz verblüffende Farben entstehen. Der Fotograf spielt mit der Technik. Einmal erfasst er mit kurzer Belichtung den Moment, einmal lässt er durch lange Belichtung die Formen verfließen und das Wasser wird zu einer weichen Substanz.

 

 

Künstler öffnet Tür
 


Aber auch die Symbiose zwischen Wasser und Pflanze fängt Wolfgang Herrmann ein. Oft gesehen aber nie so wahrgenommen, der Schnee, der sich in den von der Blüte übrig gebliebenen Resten der Kümmeldolde eingenistet hat, ein zauberhaftes Bild, das an eine japanische Tuschezeichnung erinnert.

Und so trifft auch hier zu, was Gesina Stärz in ihren begleitenden Texten sagt: „Der Künstler öffnet dem Betrachter die Tür für neue Sichtweisen, Perspektiven, Erfahrungen. Wir als Betrachter erleben das Neue, Unbekannte zuweilen als Irritation, Provokation oder als Erkenntnis und Schönheit.“ Die gegenseitige Inspiration von Fotos und Texten macht die Besonderheit dieses zweiten Teils der Ausstellung aus, bei der man lange vor jedem Bild verweilen kann und das, was man sieht, mit dem, was man an Erfahrung gespeichert hat, vergleicht und auffrischt.

Und letztlich ist es der Gegensatz der beiden Präsentationen, die den Gesamtkünstler Wolfgang Herrmann beschreiben, der, wie er sagt, Bayrischzell als Mikrokosmos einer wunderbaren Landschaft ebenso wie die Menschen dort zum Mittelpunkt seiner Arbeit macht.
 

 


Text: Monika Gierth
 

Foto: Petra Kurbjuhn

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